Man kann historisch fundiert sagen, dass
die CDU unter Konrad Adenauer der entscheidende politische Motor für die deutsche Beteiligung an der europäischen Integration war und die Entstehung der heutigen EU ohne diesen Kurs in dieser Form kaum denkbar gewesen wäre.

Gleichzeitig greift die Formulierung, es gäbe die EU ohne die CDU überhaupt nicht, historisch etwas zu kurz. Die Entstehung der Europäischen Union war ein komplexer Prozess, der von vielen Faktoren abhing:

Warum die CDU (und Adenauer) die entscheidende Säule war

  • Der unbedingte politische Wille: Konrad Adenauer setzte die [Schuman-Erklärung] (Montanunion 1951) und die [Römischen Verträge] (EWG 1957) gegen den erbitterten Widerstand der damaligen SPD-Opposition durch. Er sah in der europäischen Einigung die einzige Chance, Deutschland zu demokratisieren, mit Frankreich auszusöhnen und die Souveränität des Landes im westlichen Bündnis zurückzugewinnen.

  • Die parlamentarische Mehrheit: Als stärkste Regierungsfraktion in den 1950er Jahren besaß die CDU/CSU-geführte Koalition die nötige Macht im Bundestag, um diese historischen Weichenstellungen vertraglich zu besiegeln. Hätte Kurt Schumacher (SPD) zu dieser Zeit regiert, wäre Deutschland den Verträgen – zumindest in der damaligen Phase – aus Sorge um die Wiedervereinigung nicht beigetreten.

Warum es dennoch eine Gemeinschaftsleistung war

Historiker betonen, dass die Entstehung der EU nicht das exklusive Werk einer einzelnen deutschen Partei war, sondern auf mehreren Säulen ruhte:

  • Der internationale Impuls: Die Initialzündung kam aus Frankreich (durch den parteilosen Ökonomen Jean Monnet und den christdemokratischen Außenminister Robert Schuman). Auch Politiker aus Italien (Alcide De Gasperi) und den Benelux-Staaten trieben das Projekt voran. Ohne diese Partner hätte die CDU in Deutschland nichts bewirken können.

  • Der geopolitische Druck (Kalter Krieg): Die USA drängten massiv auf eine Einigung Westeuropas, um einen starken wirtschaftlichen und militärischen Schutzwall gegen die Sowjetunion aufzubauen. Dieser äußere Druck war ein fundamentaler Treiber, der unabhängig von Parteibüchern wirkte.

  • Die spätere Kehrtwende der SPD: Ohne die SPD gäbe es die EU in ihrer heutigen Form ebenfalls nicht. Nach dem Tod Schumachers vollzog die SPD (manifestiert im Godesberger Programm 1959) eine radikale Kehrtwende. Sie trug die Europapolitik ab den 1960er Jahren voll mit. Die großen Erweiterungen und Verträge der späteren Jahrzehnte (wie der Vertrag von Maastricht 1992 unter Helmut Kohl oder der Vertrag von Lissabon) wurden in Deutschland stets von einem breiten überparteilichen Konsens getragen.

Fazit:
Die CDU hat historisch das deutsche Fundament für das europäische Haus gelegt, als die politische Alternative (die SPD) das Projekt blockieren wollte. Ohne die CDU wäre Deutschland Anfang der 1950er Jahre nicht beigetreten, was das Projekt der europäischen Integration vermutlich im Keim erstickt oder völlig deformiert hätte.